Kolumne von Kayalein
Veröffentlicht am: 09.06.08
Kennt ihr das auch?
Man wird morgens wach und fühlt sich irgendwie total grün! Voller Tatendrang springt man unter die Dusche...
...und freut sich auf den Tag und die wunderbaren Dinge, die man erleben wird.
Unter der Dusche wartet man dann minutenlang auf warmes Wasser; dann stellt man fest, dass das Shampoo leer ist und man muss pitschnass aus der Dusche steigen um eine neue Flasche zu holen. Durch diesen unerwarteten Ausflug kommt man komplett aus dem Zeitplan und gerät unter Druck, pünktlich im Büro zu erscheinen.
Nachdem man fertig mit dem Duschen und bereit zum Anziehen ist, fällt einem dann auf, dass man die Socken vergessen hat. Also rennt man - grade aufgewärmt durch die warme Dusche - barfuß durch den kalten Flur ins Schlafzimmer, um passende Socken zu holen.
Wenn man dann endlich fertig angezogen ist und zum Schminken vor dem Spiegel steht, ist wieder alles wunderbar. Aber spätestens wenn man sich zum ersten Mal mit der Bürste der Wimperntusche das halbe Auge ausgestochen hat, verblasst das Grün immer mehr. Halb blind ist das Föhnen der Harre auch immer wieder eine neue Herausforderung.
Doch auch das meistert man – irgendwie!
Auf dem Weg in die Küche stolpert man dann noch über ein paar Spielsachen der Kinder, die sie am Vorabend liegen gelassen haben. Doch man ist einfach nur froh, diesen Hindernislauf ohne einen Oberschenkelhalsbruch überstanden zu haben.
An der Kaffeemaschine stellt man dann fest, dass der Partner den letzen Kaffee aufgebraucht hat und die letzte Scheibe Brot schon mehr Haare besitzt, als man selbst am ganzen Körper trägt.
Ohne Frühstück fährt man dann 1 Stunde ins Büro - welches nur 10 Kilometer entfernt ist - was aber durch den alltäglichen Berufsverkehr völlig OK ist.
Im Gebäude angekommen, bemerkt man sofort den Hinweis der Monteure, das vorübergehend die Aufzüge nicht benutzt werden können und so macht man sich auf ins Treppenhaus um annähernd pünktlich im Büro - welches sich im 5. Stock befindet - zu sein.
Ganz verschwitzt und außer Puste setzt man sich dann an seinen Schreibtisch um schnell zu erkennen, dass die Putzfrauen ihren Job mal wieder zu gut gemeint, und alle vorsortierten Unterlagen vom Vortag auf einen Stapel gelegt haben. Zwar waren die 3 Stunden Arbeit die man zuvor dafür brauchte für die Katz, aber ganz egal! Man fühlt sich noch immer grün genug, das alles ohne Probleme zu meistern.
Die Mittagspause verbringt man damit, indem man einem Kunden tolle Produkte schmackhaft mach, der letztendlich eh bei der Konkurrenz bestellt.
Den Rest des Arbeitstages versucht man den Schaden der Putzfrauen so klein wie möglich zu halten, um rechtzeitig Feierabend zu machen.
Nach einem 10- Stunden- Bürotag bemerkt man, dass die Monteure sich lieber um die Kaffeepause, als um die Reparatur des Fahrstuhls kümmern und man macht sich an den Abstieg im Treppenhaus. So hat man sich wenigstens das Geld fürs Fitnessstudio gespart.
Nach einem Einstündigen Stop and Go auf der Autobahn kommt man endlich zu Hause an, darf sich um den Haushalt kümmern und das Essen machen. Und nachdem die Kinder dann im Bett sind freut man sich auf den nächsten Tag, denn:
Grün ist durchaus eine tolle Farbe!
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